Gemeinsam für München: Das kannst du jetzt tun, um zu helfen

Solidarität sollte immer wichtig sein, jetzt gerade ist sie es mehr denn je. Wir geben euch auf unserer Seite einen Überblick darüber, wo gerade Hilfe benötigt wird. Ob das Notfallnummern für Krisensituationen sind, Gabenzäune, Ehrenamtliches Engagement, wie zum Beispiel die Hilfe bei der Münchner Tafel ist, oder die Unterstützung für Münchner Krankenhäuser, kleine Läden, Kulturunternehmen oder Gastronomien oder allgemeine Anlaufstellen und Möglichkeiten sind wie ihr Münchner*innen unterstützen könnt: Wir versuchen euch so gut es geht auf dem Laufenden zu halten. Lasst euch inspirieren und haltet zusammen. Gemeinsam lässt sich alles schaffen!

Zwischen negativen Schlagzeilen, der wachsenden Anspannung aller und der fehlenden sozialen Kontakte, haben wir uns in den letzten Tagen immer wieder sinn- und hilflos gefühlt. Euch geht's ähnlich? Dann scrollt euch doch mal durch diese Liste! Zugegeben, sie ist ein bisschen lang geworden. Das liegt aber auch nur daran, dass es momentan so viele tolle Wege gibt, einen Beitrag dazu zu leisten, die chaotische Situation ein bisschen schöner und besser zu machen. Wir pflegen ja zu sagen: Jeden Tag eine gute Tarte!

Postkarten an Senior*innen in Altenheimen schicken, Petitionen unterschreiben, sich ehrenamtlich engagieren, einen Gabenzaun starten, euren Freund*innen eine digitale Umarmung schicken – wer helfen will, findet hier garantiert eine passende Idee. Wenn es nämlich eine gute Sache in dieser Krise gibt, dann ist es, wie sehr München gerade zusammenwächst. So viele von euch schreiben uns, dass sie helfen möchten, trotz Großstadt entsteht echte Nachbarschaftlichkeit und alle sind füreinander da. Das ist so schön, dass wir am liebsten weinen möchten.

1. In deiner Nachbarschaft helfen

Nachbarn Nachbarschaft Gemeinschaft Helfen
© Unsplash | Nina Strehl

Wer helfen möchte, fängt am besten in seinem direkten Umfeld an. Ihr könnt bei euch und in den umliegenden Häusern im Treppenhaus Zettel aushängen, auf denen ihr älteren Menschen und Personen der Corona-Risikogruppe eure Hilfe bei Einkäufen und anderen Besorgungen anbietet. Einen Vordruck findet ihr hier.

Der Verein Münchner Freiwillige  – Wir helfen e.V. hat eine Spontanhilfe-Hotline für Hilfsbedürftige eingerichtet und koordiniert den Einsatz von Helfer*innen. Hier könnt ihr euch dafür anmelden. Wer sich gerne längerfristig engagieren möchte, kann sich beim gemeinnützigen Münchner Verein Dein Nachbar e.V. anmelden. Mittlerweile gibt es aber auch viele Plattformen, die Nachbarschaftshilfe deutschlandweit koordinieren. Toll finden wir Wir gegen Corona, Quarantänehelden, WirHelfen, Solidaritäter und nebenan.de.

Zudem gibt es einige lokale Facebook-Gruppen, in der Hilfesuchende ihr Anliegen posten. Das tolle daran: Ihr könnt ohne Umwege schnell und spontan andern eure Hilfe anbieten. Gute Gruppen sind beispielsweise #CoronaCare München, Nachbarschaftshilfe München, München hilft sich gegenseitig und Hilfe bei Corona – Quarantäne in München. Wer den Messenger Telegram nutzt, kann sich auch über die Telegram Gruppe Solidarische Nachbarschaft München connecten.

2. Support your local Gastro

Damit der Eisladen um die Ecke und unser liebster Falafel-Dealer auch nach der Corona-Krise wieder aufmachen können, sollten wir jetzt alle versuchen kleine Gastros zu supporten. Viele Cafés, Restaurants und Bars haben mittlerweile ihr Konzept umgestellt, welche Gastronomie jetzt in eurem Viertel Take Away oder Delivery anbietet, erfahrt ihr auf der Karte von Auf die Faust. Eine tolle Auflistung aller Lieferanten aus dem Bereich "Essen & Trinken" gibt es auf Wir liefern lokal. Einige Münchner haben sich unter Save Our Local Gastro zusammengetan und einen offenen Brief an den Freistaat Bayern geschrieben, hier findet ihr mehr Infos.

Wer seine Lieblings-Gastronomie unterstützen möchte, kann sich außerdem überlegen Gutscheine zu kaufen. Auf Pictured by Betty findet ihr zum Beispiel Gutscheine verschiedener kleiner Münchner Läden, Gastronomien und Projekte, ähnlich auf der Website Support Your Local Online. Für das Münchner Umland findet ihr Gutscheine bei Luisa Brendel Design. Ihr möchtet lieber direkt spenden? Dann schaut doch mal, ob euer liebster Laden im Viertel bei der deutschlandweiten Plattform Kiezretter dabei ist und spendet direkt per Paypal.

3. Kleine, feine lokale Läden unterstützen

Support your locals
© Unsplash | Markus Spiske

Damit Einzelhändler und all die kleinen, feinen Läden in München nicht aussterben, sind auch sie auf unseren Support angewiesen. Für viele Läden in München und dem Umland könnt ihr Gutscheine über Kiezretter, Pictured by Betty und Luisa Brendel Design kaufen. Wir kennen es selbst, dass man viele Sachen aus Bequemlichkeit einfach im Internet bestellt, anstatt bei lokalen Einzelhändlern zu schauen.

In den nächsten Wochen und Monaten wollen wir aber darauf achten, alles was geht in München einzukaufen. Viele lokale Läden haben tolle Online-Shops oder bieten dauerhaft oder vorübergehend einen Lieferservice an. Schöne Geschenke, die ihr euch jetzt in kleinen Münchner Läden bestellen könnt, findet ihr zum Beispiel hier. Blumen, Bücher, Mode, Spielzeug – eine tolle Auflistung von lokalen Läden, die jetzt liefern, findet ihr thematisch sortiert auf Wir liefern lokal.

4. Sich ehrenamtlich engagieren

Wir wissen ja nicht wie es euch geht, aber wir fühlen uns in den letzten Tagen und Wochen zunehmend hilflos. Euch geht es ähnlich, ihr gehört nicht zu Risikogruppe und habt vielleicht auch gerade viel Zeit, weil die Uni oder der Job wegfallen? Dann sucht euch doch eine sinnvolle ehrenamtliche Tätigkeit! Lokale Hilfsorganisationen sind jetzt mehr denn je auf unsere Unterstützung angewiesen, weil viele freiwillige Helfer*innen selbst der Risikogruppe angehören und deshalb wegfallen.

Wer circa sechs Stunden Zeit hat, kann sich bei der Münchner Tafel als Fahrer*in, Beifahrer*in oder Helfer*in an Ausgabestellen engagieren. Mehr Infos findet ihr hier. Die Münchner Caritas hat ihre Lebensmittelausgabe umgestellt, sie gibt jetzt Lebensmittelgutscheine aus und und unterstützt mit Bringdiensten, die den Einkauf notfalls bis zur Haustür bringen. Auch sie suchen dringend helfende Hände für die Einkaufshilfen. Mehr Infos dazu findet ihr hier. Hier möchten wir euch außerdem zwei deutschlandweite Plattformen für Ehrenämter und Freiwilligenarbeit ans Herz legen: Vostel.de und die App Let's Act.

5. Geld spenden

Geld spenden Spende
© Unsplash | Kat Yukawa

Wer keine Zeit oder Möglichkeit hat sich ehrenamtlich zu engagieren und trotzdem helfen will, kann Geld spenden. Das klingt banal, hilft aber vielen Projekten und Organisationen einfach am schnellsten und effektivsten. Lokale Hilfsorganisationen wie die Bahnhofsmission, Caritas und die Tafel brauchen gerade extrem dringend Unterstützung, um auf die Situation zu reagieren und alten, kranken und armen Menschen helfen zu können. Auch die Diakonie hat eine Nothilfe-Spendenaktion für obdachlose Menschen auf Facebook gestartet.

Es bricht uns das Herz, wenn wir daran denken, wie viele Menschen momentan in München und überall auf der Welt ohne ein Dach über dem Kopf durch die Krise kommen müssen. Ihre normalen Schlafplätze, Einnahmequellen und die Lebensmittelversorgung sind durch das Coronavirus stark beeinträchtigt, viele gehören zur Risikogruppe und wissen sich nicht zu helfen. Bitte bitte denkt auch an sie, wenn ihr euch in eurem gemütlichen Zuhause einkuschelt.

6. Lebensmittel- und Sachspenden

Lebensmittel Ausgabe
© Unsplash

Neben Geld könnt ihr allerdings auch Lebensmittel spenden. Die Münchner Tafel versorgt seit mehr als 25 Jahren über 20.000 bedürftige Menschen mit circa 120 Tonnen Lebensmitteln. Momentan wissen sie nicht, wie sie ihre Versorgungsstrukturen aufrecht erhalten können, weil die Zahl der Lebensmittelspenden stark zurückgeht. Wenn ihr also originalverpackte, noch ein paar Tage haltbare Lebensmittel habt, die ihr gerne spenden würdet, könnt ihr sie an die Tafel geben. Wichtig: Kühlkette einhalten! Mehr Infos dazu findet ihr hier.

Eine andere schöne Idee, die wir in Berlin und Hamburg gesehen haben: Gabenzäune! In der jetzigen Krisensituation ist es für obdachlos und finanziell benachteiligte Menschen noch schwerer an Lebensmittel, Hygieneartikel und Kleidung zu kommen. Wenn ihr in eurem Viertel also irgendwo einen geeigneten Zaun habt (beispielsweise an einem Spiel- oder Sportplatz), könntet ihr einen Gabenzaun eröffnen. Dort könnt ihr und andere Anwohner dann Äpfel, Zahnpasta oder einen warmen Pulli in Tüten oder Jutebeutel verpackt festbinden. Am besten hängt ihr einen kleinen Zettel an jede Tüte, auf dem ihr notiert, was in der jeweiligen Tüte enthalten ist.

7. Petitionen unterschreiben und Crowdfundings unterstützen

Momentan werden viele tolle Petitionen, Initiativen und Crowdfundings gegründet, um die zu unterstützen, die unter der momentanen Situation am meisten leiden. Eine gute Sache, die ihr momentan auf jeden Fall unterstützten solltet, ist eine Petition von Pflegefachkräften. Sie stellen klar, dass Pflegekräfte momentan mehr brauchen als warme Worte, Merci-Schokolade und Applaus am Abend. Sie fordern unter anderem Schutzmaterialien, staatlich finanzierte Lohnzulagen in der Krise und mehr verfügbares Pflegepersonal. Lasst uns gemeinsam für die Menschen einstehen, die gerade Leben retten!

Wer sich für ein bedingungsloses Grundeinkommen für Selbstständige und Künstler*innen einsetzen will, kann hier unterschreiben. Eine weitere wichtige Sache, die uns am Herzen liegt: #LeaveNoOneBehind –  eine Petition, die sich für eine Evakuierung überfüllter Flüchtlingslager und notwendige Quarantäne- und Schutzmaßnahmen vor Corona auch für Geflüchtete einsetzt. Mehr wichtige Petitionen findet ihr auf change.org!

Eine weitere tolle Plattform ist Startnext, auf der ihr schnell und unkompliziert verschiedene Crowdfundings unterstützen könnt. Eine tolle Aktion, die wir gefunden haben, ist beispielsweise Kochen für Helden. Mit eurer Spende setzt sich das Projekt dafür ein, dass Menschen in Funktionsberufen am Arbeitsplatz mit einer warmen Mahlzeit unterstützt werden. Auf der Startnext Startseite könnt ihr nach Städten filtern und euch so aktuelle Münchner Projekte anzeigen lassen.

8. In Krankenhäusern helfen oder Mundschutz-Masken nähen

Mundschutz Corona
© Unsplash | Anshu A

In vielen Krankenhäusern werden momentan Mundschutz-Masken benötigt. Wenn ihr eine Nähmaschine habt und helfen wollt, dann lest euch diese Anleitung durch und macht euch ans Werk! Bitte achtet darauf Baumwollstoffe zu verwenden, die bei mindestens 60 Grad gewaschen werden können und vernäht sie mit drei Lagen! Manche Krankenhäuser haben Aufrufe gestartet, erkundigt euch doch mal auf den jeweiligen Websites, ob Mundschutz-Masken benötigt werden und was die korrekte Anlaufstelle ist. Ihr braucht Stoff? Kostüme Breuer in Schwabing verschenkt Stoffe und Stoffreste! Mehr Infos dazu findet ihr hier.

9. Kreativ werden und Gutes tun

Briefe Liebesbriefe Postkasten Briefkasten
© Unsplash | Markus Spiske

Wer zuhause ist und gerne auf eine kreative Art Gutes tun möchte, kann Post an Alten- und Pflegeheime schicken! Die Bewohner*innen dürfen zu ihrem eigenen Schutz gerade keinen Besuch mehr empfangen und sind deshalb oft einsam. Schreibt ein Gedicht, malt ein Bild mit Bob Ross, presst Blütenblätter – tobt euch aus oder schreibt einen ganz simplen lieben Gruß. Ein Brief oder eine Postkarte kostet euch nicht viel Zeit und kann einsamen Senior*innen und Pflegebedürftigen den Tag retten! Wer Interesse hat und kein Heim findet, kann sich gerne unter [email protected] melden. Wir haben eine nette Anfrage einer Leserin bekommen, die sich bereit erklärt hat die Post zu sammeln und an ein Münchner Altenheim weiterzugeben.

10. Künstler*innen und Kulturprojekte unterstützen

Abgesagte Konzerte, geplatzte Ausstellungen und Projekte – auch die Kunst- und Kulturszene trifft die aktuelle Situation hart. Das Schöne: viele Musiker*innen spielen jetzt Wohnzimmerkonzerte via Instagram, Clubbetreiber haben Livestreams aufgebaut und senden DJ-Sets zu euch nach Hause, Theater und Oper gibt es jetzt online. Was dieses Wochenende so passiert, lest ihr hier. Das Programm ist oft kostenlos – mit Spenden könnt ihr dazu beitragen, dass Münchens Kulturszene weiterhin so vielfältig bleibt und die Existenzen vieler Menschen sichern.

Eure liebsten Designer*innen, Fotograf*innen oder Künstler*innen könnt ihr auch supporten, in dem ihr Prints oder Ähnliches von ihnen kauft, euren Freund*innen von ihnen erzählt und ihre Arbeit auf euren Social Media Kanälen teilt. Bei geplatzten Konzerten könnt ihr euch überlegen, ob ihr nicht trotzdem Merch von eurer Lieblingsband kaufen wollt. Im Bandshirt ist der #stayhomeclub eh gemütlicher. Eine tolle Initiative ist #kulturretter – eine Spendenaktion, die den Akteuren des täglichen Kulturlebens direkt und unkompliziert helfen soll. Im Gegenzug wird ein tolles Livestream-Programm auf die Beine gestellt, bei dem ihr euch 26 Tage lang täglich ein Konzert, eine Lesung oder ein Theaterstück kostenlos anschauen könnt.

11. Sich gegenseitig etwas Gutes tun

Blumen Blumenlieferung
© Unsplash | Hà Đoàn

"Nie war es so wichtig gemeinsam allein zu sein. Um auf alle aufzupassen." Das Zeit Magazin hat die schönsten Worte zur aktuellen Lage gefunden und wir haben uns in diesem Artikel Gedanken gemacht, welche schönen Dinge ihr jetzt von zuhause aus für andere machen könnt. Es ist super wichtig, dass wir jetzt aufeinander aufpassen, vor allem wenn ihr Freund*innen habt, die momentan alleine in ihrer Wohnung oder gesundheitlich angeschlagen sind. Eine Playlist zusammenstellen, einen Obstkorb oder einen Blumenstrauß schicken, einen Brief schreiben oder ein Hörbuch aufnehmen – fühlt sich an wie eine Umarmung trotz Distanz und kann anderen den Tag retten!

Titelbild: © Unsplash | Herr Bohn

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